Künstler

Ensemble l'Arcadia

 „Aus der Seele muss man spielen…
und nicht wie ein abgerichteter Vogel“

(C.Ph.E. Bach, Berlin 1753)

Unter diesem Motto hat das Zusammenspiel der MusikerInnen Claire Genewein, Martin Jopp, Katie Stephens und Anne Marie Dragosits das Ensemble L’Arcadia zusammenfinden lassen. Namensgebend für das Ensemble ist die musik- und literaturgeschichtlich bedeutende Accademia degli Arcadi, welche 1690 nach dem Tod der Königin Christine von Schweden in Rom gegründet wurde.
Das Ensemble will Zeitgeist und Klangkultur der europäischen Musik des 17. bis frühen 19. Jahrhunderts wieder aufleben lassen und tritt in verschiedenen Formationen, vom Duo bis zum Kammerorchester auf.
L’Arcadia setzt sich intensiv mit den historischen Quellen der Musik auseinander und spürt vergessene Kompositionen in Archiven und Bibliotheken auf, um sie dem heutigen Publikum wiederzugeben. Aber auch Uraufführungen haben ihren Platz im Repertoire. Die Liebe zu anderen Ausdrucksformen der Kunst hat durch die Verschmelzung von Musik, Literatur und Malerei mehrere anregende Projekte entstehen lassen.

Martin Jopp – Barockvioline
Martin Jopp begann mit dem Geigenspiel im Alter von 7 Jahren bei Susanne Hecklinger in Tübingen. Nach dem modernen Violinstudium bei Prof. Werner Keltsch in Stuttgart schloss er ein Studium der Barockvioline bei Prof. Gottfried von der Goltz in Würzburg mit dem Meisterklassendiplom ab.
Heute spielt Martin Jopp im L’Orfeo Barockorchester (Michi Gaigg), als Konzertmeister beim Barockorchester und der Hofkapelle Stuttgart (Frieder Bernius), il Gusto Barocco (Stuttgart), Ensemble 1800 (Fritz Burkhardt) und bei Barucco (Wien). Er ist künstlerischer Leiter des Main-Barockorchester Frankfurt.
Kammermusikalisch wirkt er außer bei L’Arcadia auch im Ensemble Echo du Danube. Solistische CD-Aufnahmen erschienen mit Violinkonzerten von Telemann, Molter, Hertel, und Fasch sowie mit Kammermusik des Barock und Frühbarock. Martin Jopp spielt auf einer Violine von Jacobus Stainer, Absam ca. 1650.

Katie Stephens – Barockcello
Die englische Cellistin Katie Stephens studierte Cello an der Royal Scottish Academy of Music and Drama bei William Conway. Anschließend erhielt sie ein Vollstipendium für ein Aufbaustudium mit Schwerpunkt historische Aufführungspraxis am Royal College of Music in London bei Richard Tunnicliffe.
1996 war sie auf der Tournee des European Union Baroque Orchestra Solocellistin und seitdem hat sie in verschiedenen europäischen Orchestern wie der Wiener Akademie (Martin Haselböck), Sonnerie (Monica Hugget), Musica Antiqua Köln (Reinhard Goebel) und Les Musiciens du Louvre (Marc Minkowsky) auf historischem Instrumentarium gespielt.
Katie Stephens ist Mitglied des L’Orfeo Barockorchesters und des Main-Barockorchesters Frankfurt. Kammermusikalisch spielt sie bei L’Arcadia und war Gründungsmitglied des mehrfach prämierten Ensembles Saitsiing. Seit 1999 lebt sie in Südtirol.

Anne Marie Dragosits – Cembalo
Anne Marie Dragosits studierte bei Wolfgang Glüxam an der Universität für Musik und Darstellende Kunst Wien und bei Ton Koopman und Tini Mathot am Koninklijk Conservatorium Den Haag.
Sie tritt als Solistin und als begehrte Continuospielerin in ganz Europa auf und spielt regelmäßig in verschiedenen Kammermusikformationen wie L’Arcadia, Vivante, les Sentimens, Musica Alchemica und den Barocksolisten München oder mit Orchestern wie Barucco, L’Orfeo Barockorchester, Capella Leopoldina oder Camerata Salzburg.
Das Ensemble Vivante gewann im Mai 2005 den ersten Preis beim J.H.Schmelzer Wettbewerb der Internationalen Barocktage Stift Melk, seitdem spielte Vivante u.v.a. bei den Resonanzen im Wiener Konzerthaus, beim Festival van Vlaanderen Brugge, der Residenzwoche München, bei Rheinvokal, dem Osterfestival Tirol oder Itinèraire Baroque.
Anne Marie Dragosits ist auf zahlreichen Einspielungen zu hören, unter anderem zwei Solo CDs, aufgenommen auf originalen Cembali des 17. Jahrhunderts. Ihre Unterrichtstätigkeit führte sie an die Kunstuniversität Graz, die Privatuniversität Konservatorium Wien und an das Institut für Alte Musik am Mozarteum Salzburg. Ab Oktober 2016 hat sie die Professur für Cembalo an der Anton Bruckner Privatuniversität Linz inne.