Künstler

Ensemble Il Giratempo

Ein Jazzsaxophonist,
eine Operndiva,
eine barocke Bassgruppe…
…und eine der faszinierendsten Frauengestalten der Musikgeschichte.


Venedig auf der Schwelle ins 17. Jahrhundert – Die Entstehungszeit der Oper ist gleichzeitig die Geburtsstunde einer liberalen, säkulären Musikszene. 

Expressiver Sologesang und atemberaubend virtuose Instrumentalmusik ersetzen die polyphone Strenge früherer Zeiten.  Komponistenkarrieren sind nicht mehr an Kirchenämter geknüpft. Junge Komponisten, Maler und Bohemiens erobern die Salons der kunstbeflissenen Eliten.

Eine Frau gehört zu den führenden Köpfen der neuen Musikergeneration:
Die Komponistin und Sängerin Barbara Strozzi ist ein Kind der Lagunenstadt und findet dort optimale Bedingungen für ihre Kunst. Ihre Kompositionen zeugen von der Abenteuerlust einer Musikwelt, die sich auf dem Weg in eine neue Ära fühlt.

Der Jazz – Saxophonist Magnus Mehl spürt im Dialog mit der Sopranistin Laila Salome Fischer dieser Atmosphäre von Aufbruch und Entdeckergeist nach. Getragen von den besonderen Klangfarben von Laute, Gambe, und Cembalo greift Magnus Mehl die historischen Melodien und Rhythmen auf und übersetzt sie in seine ganz eigene Klangsprache.

Besetzung:
Laila Salome Fischer – Sopran
Magnus Mehl – Jazzsaxophon
Ensemble Il Giratempo
Dávid Budai – Viola da Gamba
Vanessa Heinisch - Theorbe, Barockgitarre
Manuel Dahme – Blockflöte, Cembalo

Laila Salome Fischer wurde bereits mit elf Jahren als Gesangsstudentin am Julius-Stern-
Institut der Universität der Künste in Berlin aufgenommen. Von 1996 bis 2001 stand sie mit dem Kinderstudio der Komischen Oper Berlin auf der Bühne. Sie studierte von 2006 bis 2012 an der UdK Berlin bei Julie Kaufmann. 

Im Jahr 2010 debütierte Laila Salome Fischer bei den Musikfestspielen Potsdam als Erissena in „Montezuma“ von Carl-Heinrich Graun und war 2011 erstmals bei der Festa di San Francesco in Assisi zu erleben; dort sang sie in der Uraufführung der Oper „Il cigno nero e la fanciulla sulla falce lunare“ die weibliche Titelpartie. In Berlin sang sie 2012 die Hauptrolle in Cavallis Oper „La Calisto“ es folgten  Konzertauftritte mit der Staatskapelle Berlin und bei den Händel-Festspielen Göttingen. Ihr Debut bei den Bregenzer Festspielen gab sie 2013 in Mozarts „Zauberflöte“.

Konzertreisen führten die junge Sopranistin bis nach Südamerika, wo sie von der Bachgesellschaft Paraguay eingeladen wurde, einen Meisterkurs zu geben. Seit der Spielzeit 2014/15 ist Laila Salome Fischer regelmäßiger Gast am Staatstheater Cottbus, wo sie Partien wie die Königin der Nacht, Händels Alcina und die Konstanze in „Die Entführung aus dem Serail“ übernimmt. 

Im Sommer 2016 gab sie ihr Debut als Contessa d’Almaviva in Mozarts „Le nozze di Figaro“ bei der Summer Opera Tel Aviv. 
Aufgrund ihres großen Stimmumfangs gehören Partien wie die Olympia/Antonia/Giulietta in „Hoffmanns Erzählungen“ (Debut 2017 am Landestheater Neustrelitz) und zukünftig Ernesto in Haydns „Il mondo della Luna“zu ihrem Repertoire. 
Laila Salome Fischer ist Stipendiatin des Deutschen Musikwettbewerbs in der Kategorie Alte Musik.

Magnus Mehl studierte Jazzsaxophon in Amsterdam, Köln, Nürnberg und Stuttgart sowie in New  York City. 
Er gewann mit verschiedenen Ensembles 1.Preise bei renommierten internationalen Jazzwettbewerben in Spanien und Italien (Getxo Jazzcontest, Jimmy Woode Award), sowie 
einen 2.Preis beim Hoilaart Jazzcontest in Belgien. Magnus Mehl war Finalist der int.Yamaha Saxophone Competition und wurde beim Jimmy Woode Award als bester Saxophonist 
des Wettbewerbs ausgezeichnet. 

Konzertreisen führten ihn nach Asien, Mittelamerika und in viele europäische Länder. 
Der Saxophonist spielte u.a. mit: Paquito de Riviera, Randy Brecker, Buster Cooper, Antonio Hart, Sandy Patton, Mark Soskin, Jake Saslow, Nils Wogram, der Schauspielerin Katja Riemann, Frank Chastenier ...

Er ist Träger des Kulturförderpreises seiner Heimatstadt Rottweil und Stipendiat der Kunststiftung des Landes Baden-Württemberg. 2015 wurde Magnus Mehl mit dem "Jazzpreis des Landes Baden-Württemberg" ausgezeichnet.

Manuel Dahme beschäftigte sich schon früh mit der Musik. Neben dem Cembalo spielte er Trompete, Klavier, Orgel und komponierte. Ein großes Spektrum an unterschiedlicher Kammermusik und ein starkes Interesse an der Alten Musik brachte ihn schließlich zum Cembalostudium in Frankfurt, Lyon, München und Basel (bei Christine Schornsheim, Jörg-Andreas Bötticher, Jesper Christensen, Andrea Marcon u.a.). Er besuchte u.a. Meisterkurse bei Andreas Staier, Jean-Marc Aymes und Luigi Fernando Tagliavini. Sein großes Interesse gilt dem historischen, stilistisch differenzierten Generalbassspiel. Rege Konzerttätigkeit im In- und Ausland brachte ihn in große Säle, wie z.B. die Berliner Philharmonie, Philharmonie Köln, Stadtcasino Basel, Konzerthaus Dortmund und den Stefaniensaal in Graz. Manuel Dahme unterrichtete an verschiedenen Musikhochschulen (Stuttgart, Basel, Tübingen). Die künstlerische und pädagogische Expertise wird ergänzt durch sein musikwissenschaftliches Interesse. Intensiv beschäftigte er sich beispielsweise mit der Generalbassschule des Stuttgarter Stiftsorganisten Philipp Jacob Böddecker. Im Januar 2018 veröffentlichte er seine kritische Ausgabe derselben zusammen mit Musik des Stuttgarter Hofmusikers Johann Albrecht Kress.

Dávid Budai, geboren in Budapest, nahm zunächst Violinunterricht und wechselte dann zur Viola da Gamba. Seit 2007 besuchte er Sommerkurse mit Lucia Krommer und Sándor Szászvárosi in Ungarn, und mit Asako Morikawa in Gmunden. Sein Studium begann er in Leipzig an der Hochschule für Musik und Theater "Felix Mendelssohn Bartholdy" bei Irene Klein. Unter ihrer Leitung erwachte seine Interesse am polyphonen englischen Skordaturrepertoire, einem Forschungsgebiet, dem er sich seit 2016 in Zusammenarbeit mit der renomierten Musikwissenschaftlerin Annette Otterstedt schwerpunktmäßig widmet. 

Während seines Gambenstudiums in Leipzig entdeckte er auch sein Interesse an historischer Improvisation und nahm an Kursen Martin Erhardts teil. Seitdem ist er gefragter Improvisator in verschiedenen Ensembles – wie Les Matelots, Resonantia Leipzig und Gabinetto Armonico Bremen. 
Von 2012 bis 2017 studierte er an der Hochschule für Künste Bremen bei Hille Perl, wo er gleichzeitig Kontrapunkt- und Improvisationsunterricht gab. Sein Auslandssemester absolvierte er in Frankreich am Conservatoire Nationale Superieur de Musique et Danse Lyon bei Marianne Muller. 
Seit 2015 nimmt Dávid Budai mit seinem Ensemble "PRISMA" am internationalen Nachwuchsförderprogramm "eeemerging" teil. Im Rahmen dieses Programms trat das Ensemble bereits bei zahlreichen renommierten Festivals auf, unter anderem in Italien, Frankreich und Belgien.

Vanessa Heinisch begann ihre Karriere als Gitarristin. Während ihres Studiums bei Prof. Olaf Van Gonnissen an der Musikhochschule Frankfurt a.M. entdeckte sie ihre Passion für die Schönheit und Eleganz der Lauteninstrumente. Nachdem sie ihr Gitarrenstudium mit Auszeichnung abgeschlossen hatte, ging sie nach Köln, um ihrer neu entdeckten Leidenschaft zu folgen. Sie studierte Laute und Continuospiel bei Konrad Junghänel und legte in diesen Fächern 2009 ihr Konzertexamen ab.
Seitdem konzertiert sie mit Renaissance- und Barocklauten, Theorbe und Barockgitarre und genießt die Vielseitigkeit ihres Repertoires als Ensemblemusikerin und Solistin.
Als Generalbassspielerin arbeitete sie in Konzerten und Cd-Produktionen mit Solisten wie Regula Mühlemann, Anna Prohaska, Julian Pregardien, Enrico Onofri, Hille Perl, Maurice Steger, Dorothee Oberlinger und Jan Vogler; ebenso in Opernproduktionen wie Atys (Lully) am Theater in Kiel und Alcina (Händel) am Teatro Reál in Madrid. 
Ihre Arbeit mit Kammermusikensembles erstreckt sich über hochbarockes Repertoire bis hin zur Musik der Renaissance. Crossover-Programme, z.B. mit dem türkisch-barocken Pera Ensemble oder dem Jazzsaxophonisten Magnus Mehl und Il Giratempo und die Beschäftigung mit Werken zeitgenössischer Komponisten halten Vanessas musikalisches Weltbild flexibel.