Künstler

Fritz Burkhardt

Der Dirigent Fritz Burkhardt studierte in Stuttgart Schulmusik mit Schwerpunkt Dirigieren sowie in Straßburg bei Michi Gaigg Barockvioline. Er besuchte zahlreiche Kurse für Dirigieren, Barockvioline und historische Aufführungspraxis u.a. bei John Eliot Gardiner, Reinhard Goebel, Christian Kluttig und Peter Gülke. Die wichtigsten Impulse erhielt er auf den Interpretationskursen von Nikolaus Harnoncourt in Salzburg, an denen er regelmäßig teilnahm. Von 1987 bis 1994 leitete er das Sinfonieorchester der Universität Stuttgart-Hohenheim, seit 1989 dirigiert er das ensemble 1800. Seit 2007 leitet er den Neustadter Figuralchor. 2013 gründete er das Neustadter Jugendsinfonieorchester, aus dem 2016 die Junge südwestdeutsche Philharmonie hervorging. Mit diesem Orchester studierte er u.a. Sinfonien von Tschaikowsky und Bruckner ein. Er ist Konzertberater der Stadt Neustadt und verantwortlich für die Einführungen zu den Abonnement-Konzerten. Seit 2013 ist er Schulleiter des Theodor-Heuss-Gymnasiums Ludwigshafen.

Das ensemble 1800 wurde 1989 von seinem Dirigenten und seitherigen Leiter Fritz Burkhardt gegründet. Zielsetzung des Kammerorchesters war von Anfang an die Interpretation von Werken aus der Zeit vor und um 1800 nach den Grundsätzen der historisch informierten Aufführungspraxis. Was als studentische Initiative an der Musikhochschule Stuttgart begann, entwickelte sich im Lauf der Jahre zu einem Klangkörper, dessen spannungsreiche Wiedergaben von Musik des 17. bis 19. Jahrhunderts überregional Beachtung finden. Seit 2004 spielt das ensemble 1800 ausschließlich auf Instrumenten, wie sie in der Entstehungszeit der Werke im Gebrauch waren. Dahinter steht die Überzeugung, dass die Klangwelt, in der die jeweiligen Komponisten lebten, auch heute am besten geeignet ist, das zu vermitteln, was die Werke damals neuartig, oft auch provozierend wirken ließ. Das ensemble 1800 veranstaltet eigenständige Konzerte in Neustadt und Umgebung oder begleitet renommierte Chöre bei oratorischen Aufführungen.

Der aus ca. 30 Sängerinnen und Sängern bestehende Neustadter Figuralchor wurde 2007 gegründet. Schwerpunkt der chorischen Arbeit waren zunächst Werke des 17. Jahrhunderts, unter anderem von Schütz, Schein, Lassus und Gesualdo. Dabei bescheinigt die Presse dem Chor „... Wohlklang, sowie interpretatorische Kompetenz, Engagement und schwungvoll-lebendige Gestaltung ...“.Höhepunkte der noch jungen Geschichte des Chores waren die Aufführungen von Henry Purcells Semiopern „Dioclesian“ und „Fairy Queen“, der „Harmoniemesse“ von Joseph Haydn, Mozarts „Requiem“ und der „Musikalischen Exequien“ von Schütz. Neben bekannten Werken stellt der Neustadter Figuralchor auch immer wieder wenig gehörte Werke vor, wie z.B. Telemanns spätes Oratorium „Tag des Gerichts“ oder die „Messe des Pauvres“ von Eric Satie. 2014 war der Chor Preisträger beim BASF-Chorwettbewerb im Bereich Klassik. Für die künstlerische Leitung ist seit der Gründung des Chores Fritz Burkhardt verantwortlich. Regelmäßig arbeitet der Chor mit dem Kammerorchester ensemble 1800 zusammen und unterstreicht damit seinen an der historisch informierten Aufführungspraxis orientierten Interpretationsansatz.

Magdalene Harer, Sopran,  studierte an der Hochschule für Musik Detmold und der Hochschule fürMusik, Theater und Medien Hannover; sie absolvierte das künstlerische Diplom sowie das
Konzertexamen mit Auszeichnung.
Als international gefragte Konzertsängerin ist Magdalene Harer seit vielen Jahren regelmäßig mit zentralen Partien der großen Oratorien zu hören. Ihr umfassendes Repertoire reicht vom Mittelalter bis zur zeitgenössischen Musik des 21. Jahrhunderts.
Bei Konzerten in Europa, Israel und den USA musiziert sie als Solistin mit Orchestern wie Concerto Köln, der Hannoverschen Hofkapelle, dem Göttinger Barockorchester, dem Ensemble La Festa Musicale, dem Barockorchester L’Arco, der Lautten Compagney, dem Ensemble Schirokko, der Nordwestdeutschen Philharmonie, dem Göttinger Symphonieorchester, der Neuen Philharmonie Westfalen, der Neuen Düsseldorfer Hofmusik und dem Münchener Kammerorchester.
Einen weiteren Schwerpunkt ihrer Arbeit bildet der Ensemblegesang. Magdalene Harer
konzertiert regelmäßig mit renommierten Ensembles wie dem Collegium Vocale Gent, dem
Ensemble Polyharmonique, dem Huelgas Ensemble und dem RIAS-Kammerchor. Eine
langjährige, intensive Zusammenarbeit verbindet sie mit dem Dirigenten und Spezialisten
für Alte Musik Konrad Junghänel und seinem solistischen Vokalensemble Cantus Cölln.

Johannes Kaleschke, Tenor, Jahrgang 1977, studierte an den Staatlichen Hochschulen für Musik und Darstellende Kunst in Stuttgart und Mannheim Gesang. Seine Stuttgarter Studien fanden bei Prof. Bernhard Jaeger-Böhm, Carl Davis und Eberhard Leuser statt. Im Anschluß daran studierte er in Mannheim bei Prof. Anna Maria Dur den Studiengang Solistenklasse.
Seit 2009 ist er festes Mitglied des SWR-Vokalensembles Stuttgart.

Neben seinem Engagement in der Chor- und Ensemblemusik, gerade auch der Zeitgenössischen, hat sich Johannes Kaleschke im kirchenmusikalischen und oratorischen Bereich ein breit gefächertes solistisches Repertoire erarbeitet; es reicht vom Barock bis zur Moderne. Als bekannte Beispiele mögen hierzu die Marienvesper von Claudio Monteverdi, die Passionen Johann Sebastian Bachs, die Oratorien Georg Friedrich Händels, Felix Mendelssohn-Bartholdys oder auch Joseph Haydns genannt sein. Dazu gesellen sich auch vergleichsweise seltener aufgeführte Werke, wie zum Beispiel von Maurizio Kagel, Leos Janácek, Benjamin Britten, Michael Tippett, Roeloff Temmingh oder Naji Hakim.

Zu diesen Auftritten im kirchenmusikalischen Bereich kommen auch immer wieder Liederabende; etwa mit Franz Schuberts Schöner Müllerin, der Winterreise, Robert Schumanns Dichterliebe oder auch Leos Janáceks Tagebuch eines Verschollenen.

Diverse CD- und DVD-Aufnahmen, unter anderem bei der Johann-Sebastian-Bach-Stiftung St. Gallen unter der Leitung von Rudolf Lutz, oder auch dem Kammerchor Stuttgart unter der Leitung von Frieder Bernius, dokumentieren seine rege sängerische Tätigkeit.